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Medien gelingt es seit Jahren nicht die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden. Deshalb schaue ich mir im Rahmen meines Rechercheprojektes „Divers, oder was?“ an, wo Diverstität gut funktioniert. Das Projekt wird im Rahmen der European Journalism Fellowships 2021/22 an der Freien Universität Berlin umgesetzt. Auf dieser Website werden die dazugehörigen Interviews veröffentlicht.

Wir wissen, dass in Deutschland wie in Österreich ein Viertel der Bevölkerung Migrationsgeschichte hat. In Berlin trifft das auf 36 Prozent der Bewohner:innen zu, in Wien auf 46 Prozent. Wir wissen, dass Medien diese Vielfalt weder in ihren Teams noch in ihren Beiträgen abbilden. Nur sechs Prozent der Journalist:innen in Österreichs Redaktionen haben Migrationsgeschichte. In Deutschland schaut es nicht besser aus. Kein Chefredakteur und keine Chefredakteurin sind schwarz oder muslimisch. Diversität in Sachen sozialer Herkunft? Fehlanzeige! Laut Statistiken geben elf Prozent der Deutschen an, homo-, bi-, pan- oder asexuell zu sein, 52 Prozent der Menschen haben schwule, lesbische oder bisexuelle Freunde, aber in Fernsehnachrichten machen sie nur 1 % aus. Wir wissen, dass zehn Prozent der Menschen in Deutschland Schwerbehinderte sind. Im TV machen sie nicht einmal ein Prozent aus. Der Mangel an Vielfalt in den Medien wird seit Jahren erhoben und belegt, beispielhaft etwa von den Neuen Deutschen Medienmacher:innen. Es ist bekannt, wie es nicht geht.

Was Medien offenbar nicht wissen, ist wie es geht. An dieser Stelle setzt das Rechercheprojekt „Divers, oder was?“ an und fragt dort nach, wo es gut funktioniert. Es gibt Lichtblicke. Es gibt Institutionen, Medien und Menschen, die vorangehen, die Diversität immer mehr zum Thema machen, Veränderungen wagen, inspirieren und anderen ein Beispiel sein können. Sie stehen hier im Fokus.

Maida Dedagic
E-Mail: maida(at)zedat.fu-berlin.de